Banff Nationalpark

 

Von Sandpoint (Idaho) ging es am frühen Morgen weiter in Richtung Kingsgate - dem Grenzübergang nach Kanada. Weitere 500km bis Canmore lagen vor uns. Wenn ihr Euch fragt: "Warum sind sie denn nicht gleich nach Kanada geflogen? Da hätten sie sich die ganze Fahrerei sparen können." - dann sage ich Euch: "Recht habt ihr, das hätten wir, aber dann hätten wir so viele schöne Dinge auf unserem Weg verpasst." Zum Beispiel Sandpoint. Das kleine, friedvolle Städtchen wird mir immer in Erinnerung bleiben. In den USA oder Kanada ist für mich der Weg das Ziel. Hier ein richtig langen Roadtrip mit ganz viel Zeit zu machen ist einer meiner großen Träume.

Die nächsten Bilder zeigen ein paar Orte die entlang unseres Weges lagen.

 

Columbia Lake
Columbia Lake
Vermillion Crossing (Kootenay River)
Vermillion Crossing (Kootenay River)
Numa Falls
Numa Falls

Nach circa 6 h sind wir gegen Mittag in Canmore, einem kleinen Städtchen etwas außerhalb des Banff Nationalparks angekommen. Pläne gab es für den ersten Tag weiter keine, also sind wir nach Banff gefahren und haben uns erstmal mit der Umgebung vertraut gemacht. Empfohlen wurden uns Green Point - einer der vielen Aussichtspunkte über die Stadt - und ein Spaziergang entlang des Bow Rivers und den Bow Falls

 

Unterkunft: Ramada Hotel Canmore

Banff - Green Point
Banff - Green Point
Bow River
Bow River
Bow Falls
Bow Falls

Mount Bourgeau

Am nächsten Tag wollten wir uns das erste Mal in diesem Urlaub an einer langen Tageswanderung versuchen. Auf dem Plan stand der Aufstieg zum Mount Bourgeau.

Bevor wir in die Wildnis aufbrechen konnten, mussten wir uns noch im nächstgelegenen Outdoor Fachhandel mit Bärspray ausrüsten. Wir hatten  zwar nicht vor irgendwelchen Bären zu begegnen, aber wenn es doch einen in unsere Nähe verschlägt ist es besser welches dabei zuhaben. Bleibt nur zu hoffen, das der Grizzly anwendungsgetreu langsam auf 5-7m, in der richtigen Windrichtung auf uns zugelaufen kommt.

 

Durch den Zwischenstopp und die Anfahrt haben wir den Parkplatz am Fuße des Trails erst gegen 10 Uhr erreicht.  Die 15 zur Verfügung stehenden  Parkplätzen waren um die Zeit natürlich schon belegt. Uns blieb nichts anderes übrig, als mit dem wild parken am Seitenstreifen zu beginnen. Glücklicherweise blieb uns das Ticket, im Gegensatz zu vielen anderen erspart.

 

Das erste, gemütliche Stück des Trail zeichnete sich durch einen leichten Anstieg und dichten Wald aus. Danach folgten steinige, steile Serpentinen die zu unserem ersten Aussichtspunkt, dem Bourgeau Lake führten. Ein wunderschöner Bergsee, der am Morgen leider noch etwas schattig, aber am Nachmittag schön in der Sonne glitzert. Mit mir als gesundheitlich angeschlagenem Klotz am Bein dauerte der Aufstieg circa 2h.

 

Fakten: Parkplatz 1401 m - Bourgeau Lake 2150 m

Höhenmeter: 749 m

Distanz: 7,4km

 

Lake Bourgeau
Lake Bourgeau

Nach einer ausgedehnten Frühstückspause ging es weiter steil bergauf in Richtung Harvey Pass und dann linker Hand weiter auf die Spitze des Mount Bourgeau. Trotz des sonnigen Wetters war verdammt windig und kalt hier oben. Den Aufstieg würde ich als steil bezeichnen, aber man braucht zumindest noch nicht seine Hände um hinauf zu klettern. Am Gipfel wird man mit einer schönen Aussicht über den Banff Nationalpark belohnt. Auf dem Rückweg lohnt sich ein weiterer Abstecher am Bourgeau Lake von der anderen Seite.

 

Fakten: Parkplatz 1401 m - Bourgeau Lake 2150 m - Harvey Pass 2447 m - Mount Bourgeau 2931 m

Höhenmeter Harvey Pass: 1046 m

Höhenmeter Mount Bourgeau: 1530 m

Distanz Harvey Pass: 9,7 km

Distanz Mount Bourgeau : 12 km

Aussicht vom Mount Bourgeau
Aussicht vom Mount Bourgeau

Lake Minnewanka

 

Zwischen den Wanderungen muss man sich auch mal eine Pause gönnen. Deswegen haben wir uns am nächsten Tag für eine Bootstour auf dem Lake Minnewanka entschieden. Er ist der einzige See im Banff Nationalpark, auf dem das Fahren mit einem geliehenem Motorboot erlaubt ist. Zudem ist das Wasser türkisfarben und das Bergpanorama, welches den See umgibt wirklich schön anzusehen. 9:00 Uhr morgens öffnete der Bootsverleih. Nachdem wir uns eines der wenigen Motorboote gesichert haben, versuchten wir bei klirrender Kälte circa 1,5h entlang des Ufers wildlebende Tiere zu entdecken. Für mehr als Rehe und Vögel hat es aber an diesem Tag nicht gereicht. 

Lake Minnewanka mit dem Kajak oder Motorboot erkunden
Lake Minnewanka mit dem Kajak oder Motorboot erkunden

Die Wanderungen ringsum den Lake Minnewanka haben uns auf der Karte nicht so begeistert, deshalb beschlossen wir zurück nach Banff zu fahren, um den Mount Tunnel zu erklimmen. Einen kleinen Zwischenstopp machten wir am Lake Johnson, der als Badesee inklusive Strand ausgewiesen ist. Der See war gut besucht. Ein paar Mutige haben sich bei 18 Grad Außentemperatur auch ins Wasser getraut. Uns reichte ein Spaziergang durch den angrenzenden Wald. Aus der Ferne konnten wir den Mutigen beim Frieren zugesehen.

Das Bergpanorama am Lake Minnewanka
Das Bergpanorama am Lake Minnewanka
Lake Johnson
Lake Johnson

Mount Tunnel - Banff

Von unserem Parkplatz waren es knapp 3km bis nach oben zum Gipfel des Mount Tunnel (1692 m). An sonnigen Tagen hat man hier eine großartige Aussicht über die Stadt Banff und den Bow River. Während unseres gesamten Aufenthaltes im Banff Nationalpark war die Sicht meist getrübt. Der Wind brachte den Nebel und Rauch von den  Waldbränden im benachbarten Kootenay Nationalpark zu uns rüber. Überall standen Hinweisschilder zur aktuellen Feuersituation. Obwohl ich den Rauch deutlich riechen konnte, habe ich mich zu keiner Zeit bedroht gefühlt. Wir kannten die Problematik bereits aus Kalifornien. Es ist traurig aber wahr, das jedes Jahr immer mehr Wälder den Wildfeuern zum Opfer fallen. Wir können unseren Beitrag egal wo auf dieser Welt leisten, indem wir uns im Umgang mit der  Natur vernünftig verhalten, keine Feuer machen und unseren Müll wieder mit nach Hause nehmen. Ich möchten den vielen Menschen danken, die mit höchster Anstrengung versuchen die unberührte, wunderschöne Landschaft für spätere Generationen zu schützen. Es ist unglaublich was hier geleistet wird. 

Der Aufstieg zum Tunnel Mountain ist kein Geheimtipp, er ist sehr beliebt bei Besuchern und Einheimischen. Wir haben viele Läufer, Familien und Reisegruppen auf dem Weg nach oben getroffen. Es gibt zwei Parkplätze an denen man sein Auto abstellen kann. Die maximale Distanz nach oben sind 1,9 km. (Parkplatz St.Julien Road) Wer sich 300 m sparen möchte, versucht beim zweiten Parkplatz ein Stück weiter oben sein Glück (Tunnel Mountain Drive). Insgesamt überwindet man circa 300 Höhenmeter auf dem Hin- und Rückweg. 

Danach ging es Souvenirshopping nach Banff. Hier tobt das Leben.  Man kann in einem der unzähligen Restaurants etwas essen, shoppen oder sich einfach nur ans Ufer des Bow Rivers legen und die Sonne genießen. Eine schöne Abwechslung zum Wandern. Auf der Suche nach unserem Erinnerungspatch kamen wir an zwei Läden nicht vorbei. Nummer eins: Canadian Icecream – ich glaube ich habe noch nie im meinem Leben 30 Minuten für zwei Eiskugeln angestanden. Die Auswahl war riesig und die Hörnchen mit jeder Menge Schokolade und Nüsse verziert. Wirklich lecker. Nummer zwei: Christmas store - kanadischer Weihnachtsschmuck soweit das Auge reicht. Marcus hat sich gleich im Eingangsbereich einen Sitzplatz gesucht. Bei mir dauerte es etwas länger. Und ja, ich habe auch etwas bei 24 Grad Außentemperatur gekauft. Bei dem ganzen Geglitzer und Geblinke kann man ja auch nicht anders.

Banff
Banff

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